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Verleihung Otto-Hirsch-Auszeichnung 2026

Verleihung Otto-Hirsch-Auszeichnung 2026

Trotz heißer Temperaturen war der große Sitzungssaal des Stuttgarter Rathauses
gut gefüllt, um der 41. Verleihung der Otto-Hirsch-Auszeichnung am 22. Juni 2026
beizuwohnen. In diesem Jahr wurde der Intendant des Schauspiels Stuttgart,
Burkhard C. Kosminski, sowie das jüdische Jugendzentrum HaLev („Herz“), vertreten
durch Boris Karasik und Igal Shamailov, geehrt.


Der Erste Bürgermeister der Stadt Stuttgart Dr. Fabian Mayer erklärte dazu: „Die
Ehrung verbindet das Wirken zweier Generationen. Sowohl Intendant Kosminski als
auch die Jugendlichen von HaLev leisten durch ihre Arbeit einen wesentlichen
Beitrag zur kulturellen Identität und zum sozialen Zusammenhalt in unserer Stadt.“ In
der Otto-Hirsch-Auszeichnung sieht er nicht nur eine Auszeichnung, „sondern ein
öffentliches Bekenntnis, dass jüdisches Leben mitten in die Gesellschaft gehört“.
Persönlichkeiten wie Kosminski und die Mitglieder des Jugendzentrums HaLev seien
„leuchtende Beispiele“ dafür: „Sie glauben an die Kraft von Kultur und Teilhabe“.
 

Kosminski erhielt die Auszeichnung, weil er das Stuttgarter Schauspiel „als einen Ort
der Begegnung etabliert hat, neue Gesprächsräume eröffnete und klar gegen
Antisemitismus Stellung bezog“. Kosminski stellt sich der Tendenz wirksam
entgegen, jüdische Kulturschaffende aus dem Kulturbetrieb auszuschließen und hat
durch die Einladung israelischer Künstlerinnen und Künstler sowie die Inszenierung
zeitgenössischer Stücke aus Israel zur Vielfalt des Stuttgarter Spielplans
beigetragen.


Das Jugendzentrum HaLev wurde ausgezeichnet für seine erfolgreiche
Nachwuchsarbeit: „Freundschaft ist stärker als Hass“. Mit ihrem Sieg beim
bundesweiten Wettbewerb „Jewrovision“ 2024 setzten die Jugendlichen ein kreatives
Zeichen für das gemeinschaftliche Zusammenleben. Dieser Erfolg führte dazu, dass
Stuttgart im Mai 2026 Gastgeber der Jewrovision war und rund 1.800 junge jüdische
Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland begrüßen konnte.


Zu den Laudatoren dieses berührenden Abends gehörten auch Bürgermeisterin
Isabel Fezer für die GCJZ Stuttgart und Professorin Barbara Traub für die IRGW.
Fezer betonte: „Die Auszeichnung sagt etwas aus über die Würde und den Charakter
unserer Stadt“. Es sei von großer Bedeutung, dass „die Zivilcourage gegen
Antisemitismus sichtbar zu machen ist“. Traub würdigte die „Standhaftigkeit und
Geradlinigkeit“ von Kosminski, die „vielen Menschen in der jüdischen Gemeinde Mut
gemacht“ haben. Mut, Haltung und kulturelle Offenheit hätten auch die Jugendlichen
von HaLev gezeigt, die somit die Hoffnung gestärkt und dabei zum Vorbild für andere
geworden seien.